✋ Karpaltunnelsyndrom (CTS) – Ursachen, Symptome & Behandlung
Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom (CTS oder KTS) ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom. Dabei wird der sogenannte Medianusnerv im Bereich des Handgelenks eingeengt.
Dadurch entstehen typische Beschwerden wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in der Hand. Besonders betroffen sind meist der Daumen sowie der Zeige- und Mittelfinger.
Erste Symptome erkennen
Im Anfangsstadium bemerken viele Patientinnen und Patienten vor allem nachts Beschwerden. Häufig wachen sie auf, weil die Hand „eingeschlafen“ ist oder schmerzt.
Außerdem kann es am Morgen zu einem Taubheitsgefühl kommen. Mit der Zeit treten die Symptome jedoch häufiger auf und werden intensiver.
Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, da sich die Nervenschädigung sonst verschlechtern kann.
Typische Beschwerden im Überblick
Durch die Einengung des Nervs kommt es zu verschiedenen Symptomen:
- Kribbeln („Ameisenlaufen“) in den Fingern
- Taubheitsgefühl in der Hand
- Schmerzen, die bis in den Arm ausstrahlen können
- Schwäche und Ungeschicklichkeit
- Schwierigkeiten bei feinmotorischen Tätigkeiten
Dadurch wird der Alltag oft deutlich eingeschränkt. So können beispielsweise Gegenstände leichter aus der Hand fallen oder präzise Arbeiten schwerfallen.
Verlauf ohne Behandlung
Wenn das Karpaltunnelsyndrom länger unbehandelt bleibt, können die Beschwerden zunehmen. In fortgeschrittenen Fällen kommt es sogar zu einem Muskelschwund am Daumenballen.
Je länger die Einengung besteht, desto größer ist außerdem die Schädigung des Nervs. Gleichzeitig verlängert sich die Erholungszeit nach einer Behandlung.
Aus diesem Grund empfehle ich, nicht zu lange zu warten und frühzeitig eine Abklärung durchführen zu lassen.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Konservative Maßnahmen können in frühen Stadien helfen. Allerdings sind sie oft nicht dauerhaft wirksam.
Daher ist in vielen Fällen eine Operation die sinnvollste Lösung. Ziel ist es, den eingeklemmten Nerv dauerhaft zu entlasten.
Ablauf der Operation (WALANT Technik)
Die Operation erfolgt über einen kleinen Schnitt am Handgelenk. Dabei wird das quer verlaufende Band (Retinaculum flexorum) durchtrennt.
Dadurch wird der Druck auf den Medianusnerv sofort reduziert.
Die Behandlung wird in der sogenannten WALANT-Technik (Wide Awake Local Anesthesia No Tourniquet) durchgeführt. Das bedeutet:
- keine Vollnarkose notwendig
- schmerzfreier Eingriff
- schnelle Durchführung
- ambulante Behandlung möglich
Außerdem können Sie die Praxis meist noch am selben Tag wieder verlassen.
Vorteile der ambulanten Behandlung
Die Operation bietet mehrere Vorteile:
- schnelle Linderung der Beschwerden
- kurzer Eingriff
- keine stationäre Aufnahme notwendig
- rasche Rückkehr in den Alltag
Die Operation
OP-Daten
Generell kann die Operation sehr gut in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Ein stationärer Aufenthalt über nacht ist sehr selten notwendig und hängt von bestehenden Nebenerkrankungen ab.
Nachbehandlung
Verband für ca. 10 Tage, Wundkontrollen 6.und 14.Tag nach der Operation erfolgen in der Ordination
Physikalische Therapie ist selten notwendig sein.
Kosten
Bei aufrechter Krankenversicherung keine Kosten für die Operation
Bei bestehender Wahlarztversicherung können die Kosten für die Ordination bei Krankenversicherung und Wahlarztversicherung eingereicht werden und werden auch in der Regel zu 100% refundiert. Ohne Wahlarztversicherung können Sie die Rechnung der Ordination nur bei der Krankenkasse einreichen und erhalten ein Teil refundiert.
