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Ass.-Prof. Dr. Klaus F. Schrögendorfer
Facharzt für Plastische Chirurgie
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Brustrekonstruktion / Brustwiederherstellung

Eine Brustamputation durch eine Brustkrebs-Erkrankung ist für jede Frau ein schmerzlicher Verlust. Mit Hilfe der Plastischen Rekonstruktiven Chirurgie ist eine sehr gute Wiederherstellung der Brust möglich. Viele Patientinnen erhalten durch eine Brustrekonstruktion ein großes Stück Lebensqualität und Selbstbewusstsein zurück. Je nach individueller körperlicher Voraussetzung gibt es bei der Brustrekonstruktion verschiedene Behandlungsmethoden.

Brustwiederherstellung / Brustrekonstruktion mit Eigengewebe

Bei dieser Methode wird zur Rekonstruktion eigenes Gewebe verwendet, welches an unterschiedlichen Stellen des Körpers, je nach Körperbau, entnommen wird. Im oberen Rückenbereich kann z.B. ein Teil des Rückenmuskels mit Hautinsel entfernt werden, um daraus die neue Brust zu formen. Auch aus dem Unterbauch kann Gewebe entnommen werden (TRAM, DIEP, SGAP, IGAP – siehe Detailerklärung)), das dann entweder mikrochirurgisch an entsprechende Gefäße im Brustbereich angeschlossen wird (sog. freier Gewebetransfer) oder über seine originären Gefäße versorgt wird (gestielter Gewebetransfer). Eine weitere Entnahmestelle stellt in einigen Fällen das Gesäß (SGAP, IGAP – siehe Detailerklärung) dar. Auch hier kann ein entsprechender Gewebeanteil zur Brustrekonstruktion entnommen werden und mikrochirurgisch an entsprechende Gefäße im Brustbereich angeschlossen werden.

Brustwiederherstellung / Brustrekonstruktion mit Implantaten, Gewebeexpandern oder permanenten Expandern

Wenn der Hautmantel ausreichend vorhanden ist, kann die Brust mit einem Implantat wieder aufgebaut werden. Steht nicht genug Hautmantel zur Verfügung, muss dieser durch Dehnen erst geschaffen werden. Hierzu eignet sich der Expander (eine Art Silikonhülle), der operativ unter die Haut und den Brustmuskel eingesetzt und in Intervallen mit Kochsalzlösung aufgefüllt wird. Ist das Endvolumen erreicht, wird der Expander durch ein Silikongel gefülltes Implantat ausgetauscht. Es gibt darüber hinaus auch Expander (sog. Becker Expander), die im Körper verbleiben können.

Brustwiederherstellung / Brustrekonstruktion aus Kombination von Eigengewebe und Implantat

Bei alleiniger Verwendung des Rückenmuskels mit Hautinsel zur Brustrekonstruktion kann das Volumen im Vergleich zur gesunden Brust zu klein sein. In diesem Fall kann das Volumen mit einem Brustimplantat optimiert werden.

Weiterführende Eingriffe bei Brustwiederherstellung/ Brustrekonstruktion

Bei allen Methoden zur Brustrekonstruktion kann in einem zweiten Schritt die Brustwarze und der Warzenvorhof rekonstruiert werden. Dies kann mittels Transplantat, lokaler Lappenplastik und/oder Tätowierung erfolgen. In dieser Sitzung kann auch, wenn notwendig oder gewünscht, die gesunde Brust der rekonstruierten Brust durch Straffung oder Verkleinerung angeglichen werden, um eine entsprechende Symmetrie zu erreichen. Idealerweise erfolgt diese Operation 3-9 Monate nach der ersten rekonstruktiven Sitzung.

Detailerklärungen einzelner Methoden zur Brustwiederherstellung / Brustrekonstruktion

DIEP-Lappen zur Brustrekonstruktion

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Der DIEP-Lappen ist ein sog. Perforatorlappen. Perforatorlappen, das sind Lappen die nur aus Haut und Fettgewebe bestehen und sind heute „State of the Art“ bei der Brustrekonstruktion. Bei dieser Technik der Brustrekonstruktion wird bei der Hebung des Lappen der darunter liegende Muskel belassen, wodurch die Beschwerden in der Hebe- bzw. Spenderegion minimiert werden.

Bei der DIEP Lappenplastik wird der Gewebeblock vom Unterbauch entnommen und besteht nur aus Haut und Fettgewebe. Ein schmaler Hautschnitt wird in der Bikinizone, ähnlich einer Bauchstraffung durchgeführt. Die benötigte Haut mit Fettgewebe mitsamt den zarten, den Lappen ernährenden Gefäße, werden dargestellt. Diese feinen Blutgefässe werden unter dem Mikroskop im Gebiet der Mastektomie an passende Gefäße angeschlossen. Das gewonnene und transferierte Gewebe wird zur neuen Brust geformt.

Durch diese spezielle Technik bleibt der Bauchmuskel erhalten, wodurch eine Schwächung der Bauchdecke vermieden werden kann. Diese Technik ist mit einer geringeren Hebeproblematik im Bauchbereich verbunden und stellt so eine weitere Verbesserung gegenüber dem konventionellen TRAM Lappen (Bauchhautlappen mit Muskelentnahme) dar. Da für eine zuverlässige Ernährung des Gewebes eine bestimmte Kalieberstärke der perforierenden Gefäße notwendig ist, kann die Technik nicht bei jeder Patientin durchgeführt werden.

Die Rekonstruktion der natürlichen Brust, die durch eine Mastektomie (Brustamputation) entfernt werden musste, kann durch den Transfer von weichem, vitalem Haut/Fettgewebe vom Unterbauch (DIEP) sehr gut und natürlich erreicht werden.

Der Bauch ist eine häufige Spenderegion, da hier nicht selten ein gewisser Überschuss an Haut und Fettgewebe vorliegt.Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass dadurch die Kontur und Form des Abdomen ähnlich einer Bauchstraffung verbessert wird.

Die Rekonstruktion von Brustwarze und Warzenvorhof erfolgt in einem zweiten Schritt, bei dem auch angleichende Korrekturen an der gesunden Brust vorgenommen werden können.

IGAP Lappenplastik zur Brustrekonstruktion

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Eine der neuesten Entwicklungen bei der Brustrekonstruktion stellt die Verwendung des sog. IGAP Lappens bzw. unterer Gesäßlappen dar, der angrenzend zur Gesäßfalte entnommen wird und so eine sehr gute und zusätzliche Option zur Brustrekonstruktion darstellt.

Dabei wird überschüssiges Haut/Fettgewebe am unteren Gesäßbereich zur Brustrekonstruktion entnommen. Die resultierende Narbe ist meist komplett versteckt und auch die Gesäßform wird positiv beeinflusst. Auch für Frauen die eine beidseitige Brustrekonstruktion benötigen ist dieses Verfahren geeignet, da der IGAP Lappen auch beidseitig entnommen werden kann und so ein beidseitiger Aufbau in der ersten Operation möglich ist.

Trotzdem stellt der GAP Lappen (Gesäßlappen) bei der Brustrekonstruktion nur ein Verfahren der 2. Wahl dar. Vor allem kommt er bei Patientinnen zur Anwendung, bei denen eine andere Rekonstruktionsart nicht in Frage kommt.

Zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass die besten kosmetischen Resultate mit dem unteren Gesäßlappen (IGAP-Lappen) erzielt werden. Die Narbe endet in der Gesäßfalte, ist kaum sichtbar und nach der Operation resultiert ein strafferes Gesäß.

Der untere Gesäßlappen wird genauso ohne Muskel mikrochirurgisch gehoben und präpariert wie der DIEP- bzw. SGAP- Lappen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass immer ausreichend Gewebe zur Formung einer adäquaten Brust, die Heberegion sich meistens verbessert in Form und Aussehen und die Narben in der Gesäßfalte verborgen werden.

Dadurch, dass nur Haut und Fettgewebe entnommen wird und der darunter liegende große Gesäßmuskel unbehelligt bleibt ist die Gefahr von Nervenverletzungen kaum gegeben und auch die Hebemorbidität sehr gering.

Obwohl viel Gewebe zur Brustrekonstruktion entnommen wird, bleibt ausreichend Gewebe um keine Probleme beim Sitzen zu bereiten. Tatsächlich haben Patienten nach dieser Art der Brustrekonstruktion signifikant wenig bzw. keine Schmerzen und berichten nicht über Probleme beim Sitzen.

Die Entscheidung zwischen SGAP und IGAP hängt von der Präferenz der Patientin und den anatomischen Gegebenheiten ab, wie viel Gewebe an welcher Stelle entnommen werden kann und wo die Narbe bevorzugt liegen soll.

Die Rekonstruktion von Brustwarze und Warzenvorhof erfolgt in einer 2. Operation. Bei diesem Eingriff kann auch gleichzeitig, wenn notwendig und gewünscht, die gesunde Brustseite durch Straffung oder Verkleinerung der rekonstruierten Seite angeglichen werden.

SGAP Lappenplastik zur Brustrekonstruktion

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Der SGAP Lappen (oberer Gesäßlappen) ist eine sehr gute Option zur Brustrekonstruktion bei Frauen, die nicht genug Gewebe zur Entnahme am Unterbauch haben.

Nahezu jede Patientin ist eine geeignete Kandidatin um mit dem oberen Gesäßlappen eine Brustrekonstruktion durch zu führen.

Auch für Frauen die eine beidseitige Brustrekonstruktion benötigen ist dieses Verfahren geeignet, da der SGAP Lappen auch beidseitig entnommen werden kann und so ein beidseitiger Aufbau in der ersten Operation möglich ist.

Die Hebestelle unterscheidet sich vom IGAP Lappen in der Position der Hautinsel am Gesäß. Der obere Gesäßlappen wird genauso ohne Muskel mikrochirurgisch gehoben und präpariert wie der DIEP- bzw. IGAP- Lappen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass immer ausreichend Gewebe zur Formung einer adäquaten Brust vorhanden ist und die resultierende Narbe in einer Bikinihose bzw. im Höschen gut versteckt werden kann.

Dadurch, dass nur Haut und Fettgewebe entnommen wird und der darunter liegende große Gesäßmuskel unbehelligt bleibt ist die Gefahr von Nervenverletzungen kaum gegeben und auch die Hebemorbidität sehr gering.

Die Entscheidung zwischen SGAP und IGAP hängt von der Präferenz der Patientin und den anatomischen Gegebenheiten ab, wieviel Gewebe an welcher Stelle entnommen werden kann und wo die Narbe bevorzugt liegen soll.

Die Rekonstruktion von Brustwarze und Warzenvorhof erfolgt in einer 2. Operation. Bei diesem Eingriff kann auch gleichzeitig, wenn notwendig und gewünscht, die gesunde Brustseite durch Straffung oder Verkleinerung der rekonstruierten Seite angeglichen werden.

TRAM Lappen frei zur Brustrekonstruktion

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Bei der freien TRAM Lappenplastik handelt es sich um eine Technik bei der ein Gewebeblock vom Unterbauch, der aus Haut/Fettgewebe und einem Teil bzw. dem gesamten Bauchmuskel besteht zur Brustrekonstruktion verwendet wird.

Je nach Gefäßversorgung ist es häufig möglich nur einen sehr kleinen Anteil des langen Bauchmuskels (M. rectus abdominis) mit dem anderen Gewebe zu entnehmen, in diesem Fall spricht man von einer sog. muskelsparenden freien TRAM – Lappenplastik. In diesem Fall entsteht nur ein geringer Substanzverlust des Muskels und die Bauchwand verstärkende Faszie kann über dem Muskel wieder gut verschlossen werden.

Das gewonnene Gewebe wird im Gebiet der Mastektomie (entfernte Brust) zur neuen Brust geformt und die Gefäße unter dem Mikroskop an passende Gefäße angeschlossen.

TRAM Lappen gestielt zur Brustrekonstruktion

Bei der gestielten TRAM Lappenplastik handelt es sich um eine Technik zur Brustrekonstruktion, bei der der Gewebeblock vom Unterbauch (Haut/Fettgewebe), mit dem Bauchmuskel verbunden bleibt. Der Gewebeblock wird am Bauchmuskel und dem ernährenden Gefäß in die Region der Mastektomie geschwenkt und dort zur neuen rekonstruierten Brust geformt. Häufig ist es bei dieser Technik ratsam zur Verstärkung der Bauchwand in der Heberegion ein Kunststoffnetz zu implantieren.

Latissimus dorsi Lappen zur Brustrekonstruktion

Bei dieser Technik wird ein Gewebeblock vom Rücken entnommen der aus Haut, Fettgewebe und dem großen Rückenmuskel besteht. Dieser Gewebeblock wird am ernährenden Gefäß gesielt in die Region der Mastektomie geschwenkt und zur neuen Brust geformt.

Je nach gewonnener Gewebemenge und Brustgröße an der gesunden Seite ist es in manchen Fällen notwendig zusätzlich ein Brustimplantat bzw. Expanderimplantat zu verwenden, um eine ausreichende Größe und Projektion zu erreichen.

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Brustimplantate, Gewebeexpander, Expanderprothese

Dieses Verfahren kann entweder zum Zeitpunkt der Mastektomie oder später (verzögert) durchgeführt werden.
Bei der Mastektomie (Brustentfernung) wird sowohl Haut als auch die gesamte Brustdrüse entfernt. Durch dieses Vorgehen entsteht im Brustbereich eine flache und eng anliegende Wund- bzw. Narbensituation die es normalerweise nicht erlaubt eine entsprechende Brustform durch das Einbringen von permanenten Brustimplantaten zu rekonstruieren. Für diesen Fall stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

  1. Zuerst wird ein Expander im Bereich der Mastektomie unter den Brustmuskel eingebracht und das gesamte Gewebe durch schrittweises Füllen des Expanders gedehnt, bis eine ausreichende Gewebehülle vorhanden ist um eine definitives silikongel gefülltes Implantat nach Entfernen des Expanders einzubringen.
  2. Einbringen einer permanenten Expanderprothese (Becker – Prothese). Dieses einzigartige Implantat verfügt über ein inneres, mit Kochsalz befüllbares Lumen, das die Gewebeexpansion ermöglicht, sowie ein äußeres, mit Gel gefülltes Lumen, das für ein natürliches Aussehen der Brust sorgt. Ein externer Injektionsdome ermöglicht eine einfache Volumenjustierung und kann problemlos entfernt werden, wenn die Expansionsphase abgeschlossen ist und die angestrebte Brustform erreicht ist.

Beckerprothese

Dorsi Flap

Welches Risiko besteht bei einer Brustrekonstruktion?

Prinzipiell kann bei jeder Frau die Ihre Brust wegen Brustkrebs verloren hat, eine Brustrekonstruktion durchgeführt werden. Jedoch sind gewisse Risiken mit jedem chirurgischen Eingriff verbunden aber auch sehr spezielle Risiken abhängig von Rekonstruktionsart (z.B. Implantat, gestielter Lappen, freier Lappen mit oder ohne Muskel) und Rekonstruktionszeitpunkt (z.B. vor Bestrahlung, nach Bestrahlung).

Im Allgemeinen sind die üblichen Komplikationen, die wie bei jeder Operation auftreten können zu nennen, auch wenn sie sehr selten Auftreten: Nachblutung, Serombildung, überschießende Narbenbildung, Narkoseprobleme, Wundinfektion. Auch wie vor jeder Operation sollten Raucher darüber aufgeklärt sein, dass Nikotin die Wundheilung verzögert, wodurch eine längere Heilungsphase und Rekonvaleszenz resultieren können.

Selten können diese Komplikationen so schwer sein, dass eine neuerliche Operation notwendig wird.

Die Verwendung von Eigengewebe hat den Vorteil, dass es normalerweise zu keinen Spätkomplikationen, wie z.B. Kapselfibrose bei Implantaten auftritt. Der freie mikrochirurgische Gewebetransfer ermöglicht bezogen auf die Heberegion, sichtbare Narben und das Ergebnis der Brustrekonstruktion die beste Option dar. Die Operationszeit ist jedoch länger und der plastisch chirurgischen Aufwand höher.

Wenn ein Brustimplantat verwendet wird, besteht das Risiko einer Kapselfibrose. Die Rate an Kapselfibrose ist bei Patientinnen nach Bestrahlung signifikant höher. Die Kapselfibrose kann bis zu einem bestimmten Grad behandelt werden, jedoch muß häufig das Implantat und das fibrotische Gewebe entfernt werden und ev. ein neues Implantat eingebracht werden, bzw. eine Eigengewebsrekonstruktion durchgeführt werden.

Brustrekonstruktion hat keinen bekannten Effekt auf ein Wiederauftreten der Erkrankung in der Brust, noch gibt es eine Interaktion bzw. Störung der Chemo- bzw. Strahlentherapie bei neuerlich notwendiger Behandlung.

Eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrem die Krebserkrankung betreuenden Arzt ist selbstverständlich weiterhin notwendig und auch die regelmäßige Mammographie bzw. Sonographie in einem spezialisiertem Röntgenzentrum.

Frauen die sich erst später für eine Brustrekonstruktion entscheiden können mitunter eine emotionale Phase durchlaufen. Genauso wie es eine gewisse Zeit benötigt sich irgendwie an das Gefühl der verloren Brust zu gewöhnen, kann es auch sein das manche Frauen unsicher werden, wenn sie beginnen die rekonstruierte Brust als ihre eigene Brust zu akzeptieren.

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